Reaktion der Niwo-Geschäftsführung 15.August 2007
Posted by nordstadt in Bürgerantrag, Vermischtes.trackback
Hallo Niwo-Aktivisten,
die Geschäftsführung reagiert bereits auf den Bürgerantrag. Niwo hat extra
in den letzten Tagen ein “Kundenmagazin” als Hochglanzbroschüre an alle
Mieter verteilen lassen – wann hat es das vorher gegeben?
Der Geschäftsführer Warnke geht darin gleich auf Seite 3
in einer “Sachinformation” auf die Wohnungsverkäufe und Gewinnabführungen zugunsten der Stadt ein. Das geschieht natürlich auf Drängen der Stadt und soll offensichtlich die aufgekommenen Bedenken um die Privatisierungen und den Aderlass der Gesellschaft zerstreuen.
Liest man aber genau, dann bestätigt Herr Warnke die Fakten in vollem
Umfang:
- er bestätigt, “in den letzten vier Jahren 665 Wohnungen verkauft” zu haben. Die Verkäufe von 2007 sind da natürlich noch nicht mitgerechnet … , genau das hatten wir in der Dokumentation aufgedeckt, mit den momentan laufenden Verkäufen in 2007 sind es dann genau die 965 verkauften Wohnungen einschließlich 2007;
- er begründet die Verkäufe damit …, “um aus den Verkaufserlösen sowohl dringend notwendige Instandhaltungen und Modernisierungen im Wohnungsbestand zu finanzieren”, … als den einen Grund, und …
- er spricht von “Dividendenzahlungen an die Eigentümer” als strategischen “Beitrag” von Niwo-Bau zur “Konsolidierung für den städtischen Haushalt”;
- dabei stellten die Dividendenzahlungen den “Gegenwert für das eingesetzte Kapital” der Stadt dar, so Warnke.
Was Herr Warnke sich als Information dabei verkneift ist, daß praktisch Jahr für Jahr diese “Dividendenzahlungen” in Höhe des “Gegenwertes für das eingesetzte Kapital” von der Stadt abverlangt werden: nämlich rund 5 Mio.€ jährliche Gewinn-Entnahme bei nur 7,6 Mio.€ eingesetztem städtischem Kapital – also Heuschrecken-artige 60%-ige Rendite.
Er erwähnt dann auch den “Erwerb eigener Anteile”, allerdings unter Vernebelung des eigentlichen Kapitalabflusses, indem er das Wort “Vermögensstärkung” benutzt und mit der sibillinischen Begründung “um betriebswirtschaftliche und wohnungswirtschaftliche Vorteile für die unternehmerische Erweiterung zu erreichen”.
“Unternehmerische Erweiterung” ist dabei auch als drohende Privatisierung dieser Gesellschafts-Anteile zu verstehen (Stichwort: Machbarkeitsstudie als PPP-Projekt zur Behebung des Sanierungsstaus).
(aus Email-Verteiler NiWo-Initiative, 09.August 2007)


Eine Anmerkung zum Beitrag von Geschäftsführer Warnke im “Kunden”magazin der Niwo:
In der Vergangenheit mussten Wohnungen verkauft werden, um “dringend notwendige Instandhaltungen und Modernisierungen im Wohnungsbestand zu finanzieren.”
Um das “Budget für Instandhaltung und Modernisierung” aus eigenen Mitteln aufbringen zu können, müssen entweder weiter Wohnungen verkauft werden oder neue gewinnträchtige “wohnungswirtschaftliche Aufgabenstellungen im Konzern Stadt Braunschweig” gefunden werden. Die Stadt als Eigentümer der Niwo muss also Gewinne bei dem Konzern Stadt Braunschweig erzielen – bei sich selbst.
Wie das gehen soll? – über Bilanzpolitik im Beteiligungs-Portfolio der Stadt Braunschweig (linke Tasche- rechte Tasche).
Alle sehen, dass es nicht funktioniert, aber keiner “versteht” es, und deswegen sieht man sich dann leider gezwungen, entweder weitere Wohnungen zu verkaufen oder gleich die Niwo selbst. rme